Navigation -
Wo bin ich?

 
Wo bin ich?

Sie sind hier...
»
Fledermäuse
»»
Fledermausinfos

Zurück zur Startseite

 

 

 

Fledermausinfos

Ultraschall-Echoorientierung

Obwohl die Augen einer Fledermaus gut sind, können sie im Dunkeln auch nicht mehr sehen als wir. Die Nachtflieger orientieren sich hauptsächlich über das Echo ihrer Rufe. Sie machen sich eine Art "Hörbild" ihrer Umgebung. Sie stoßen ihre Rufe entweder über den Mund (Familie der Glattnasen), oder die Nase (Familie der Hufeisennasen) aus. Der Frequenzbereich dieser Laute liegt zwischen 20 und 120 Kilohertz, also über unserer Hörgrenze. Nur die Soziallaute und Unterhaltungen im Quartier kann ein Mensch mit gesunden Ohren deutlich hören. Man kann diese Laute am ehesten mit Vogelgezwitscher vergleichen. Um die Rufe einer jagenden Fledermaus hörbar zu machen, muss ein spezieller Ultraschalwandler ( Bat-Detektor) benutzt werden.

Foto: Klaus Bogon  

Wenn die hochfrequenten Rufe auf ein Hindernis treffen, werden sie reflektiert und ein Echo entsteht. Mit ihrem Orientierungssystem können Fledermäuse Größe, Form, Oberflächenstruktur und sogar Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit und Entfernung ihrer Beuteinsekten erkennen. Eine Fledermaus kann innerhalb von Sekundenbruchteilen, in vollem Flug, einem Hindernis in Menschenhaarstärke ausweichen. Sie unterscheidet auch hochgeworfene Köder von richtiger Beute und verfolgt diese nur während des Steigfluges. Am höchsten Punkt und während des Fallens erkennt die Fledermaus, dass hier kein Insekt fliegt und dreht ab. Bei den meisten Fledermäusen werden ca. 10 -20 Rufe pro Sekunde ausgesandt. Bei der Verfolgung eines Insektes können bis zu 100 Laute in einer Sekunde ausgestoßen werden. Das Echo erreicht das Ohr immer in den Sendepausen. Während ihres Fluges sendet eine Fledermaus laufend Rufe aus und empfängt deren Echos. Da die Reichweite der Rufe auf wenige Meter begrenzt ist, erhält sie immer nur über einen kleinen Ausschnitt ihrer Umgebung Informationen. Sie ist darauf ange- wiesen, diese einzelnen Hörbilder zu speichern und zu verbinden. Fledermäuse verfügen also neben der Echoorientierung auch über ein präzises Ortsgedächtnis.

Man kann nachts mit einer Taschenlampe mit Morsefunktion sehr gut ausprobieren wie sich eine Fledermaus orientiert. Wenn man durch den Wald geht und immer wieder kurz die Lampe auf- blitzen lässt, kann man gefahrlos weitergehen. Je schneller man geht oder rennt umso häufiger muss man die Taschenlampe aufblitzen lassen um Hindernisse rechtzeitig zu erkennen

 

  Nahrung und Jagdrevier
Eine Fledermaus frisst jede Nacht eine Insektenmenge, die etwa einem Drittel bis zur Hälfte ihres eigenen Körpergewichts entspricht. (Bei der Wasserfledermaus sind das oft mehr als 4.ooo Mücken pro Nacht.) Gefressen werden Mücken, Schnacken, Fliegen tag- und Nachtfalter, Käfer, aber auch Spinnen und Hundertfüßler. Die bei uns lebenden Tiere haben sich ihren Lebensraum und ihre Jagdgebiete aufgeteilt. Bechsteinfledermäuse sind zum Beispiel typische Waldbewohner, Große Mausohren und Zwergfledermäuse suchen die Nähe zum Menschen. Beim Beutefang kommen neben der Ultraschall-Echoorientierung auch die großen Hautflächen der Flügel zum Einsatz. Die Fledermaus keschert die Insekten damit und führt sie, im vollen Flug, zum Maul. Für alle Arten gilt, dass sie mit Mäusen gar nichts zu tun haben, sondern nur durch ihr Fell und Aussehen mit den Mäusen in Verbindung gebracht werden.
 

 

Gefahren
Der einzige Feind der ihre Existenz gefährdet ist der Mensch (Eine Eule oder ein anderer Nachtvogel erwischt eine frei fliegende Fledermaus nur sehr schwer. Auch Katzen oder Füchse fangen gelegentlich einige Wenige). Nur der Mensch kann Dinge tun, die für die Fledermäuse lebens-bedrohend sind. Die Tiere haben ein hervorragendes Gedächtnis und finden bei ihren Wanderungen über weite Strecken immer wieder zu ihren Quartieren zurück. Beispiel: In der Spandauer Zitadelle in Berlin leben Tausende Fledermäuse, die teilweise über 1200 KM zum Überwintern nach Südfrankreich ziehen. Sie orientieren sich hierbei an Landmarkierungen und Landschaften. Werden diese Landschaften verändert, verlieren sie die Orientierung. Werden Wälder oder Baumreihen abgeholzt, kann man auch Jahre später noch Fledermäuse beobachten, die an der ehemaligen Waldgrenze entlangfliegen; obwohl sie normalerweise nicht ungedeckt über freies Gelände fliegen.

Foto: NABU, Eberhard Menz

Als reine Insektenfresser vertilgen sie pro Nacht sehr viele Insekten und reicherten so auch die Giftstoffe in ihrem Körper an. Durch diesen Pestizideinsatz sind manche Arten (zum Beispiel die Hufeisennase) fast komplett ausgerottet worden. Aber auch die Holzschutzmittel in Häusern bedrohenden die dort wohnenden Fledermäuse. Sie atmen die Ausdünstungen der Stoffe ein oder nehmen sie über die Haut auf und speichern sie im Fett-gewebe bis eine tödliche Konzentration erreicht ist. Mittlerweile stehen alle in Deutschland lebenden Arten auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.

 

 

Wissenswertes
Eine Fledermaus kann im Notfall auch sehr gut schwimmen und mit den Daumenkrallen sehr gut an rauen Wänden klettern. Die Flughaut ist ähnlich wie unsere Haut beschaffen und heilt bei Verletzungen sehr gut. Sogar Löcher oder Risse müssen eine Fledermaus in ihren Flugeigenschaften nicht beeinträchtigen. Nach einigen Tagen oder Wochen sind diese Verletzungen zugeheilt oder vernarbt. Die Hufeisennase benutzt ihre "Flügel" sogar um sich im Schlaf zuzudecken. Alle anderen einheimischen Arten legen die Flughäute flach am Körper zusammen. Um die Funktion und Geschmeidigkeit der Häute zu erhalten sind die Fledermäuse auf eine hohe Luftfeuchtigkeit in ihren Quartieren angewiesen.

Foto: NABU, Eberhard Menz 

Die Fußkrallen braucht sie nur selten zum Beute greifen und nur zur Unterstützung beim Laufen und Klettern. Hauptsächlich werden sie zum "Aufhängen" beim Ausruhen und Schlafen benutzt. Die Muskeln und Sehnen der Krallen sind so ausgebildet, dass die Fledermaus Kraft aufwenden muss, um sich zu lösen. Aus diesem Grund fällt sie beim Schlafen auch nicht herunter. Es kommt sogar vor, dass tote Fledermäuse noch am Ruheplatz "hängen".

Mit dem Kopf nach unten zu ruhen, hat Vorteile für die Tiere. Zum Beispiel ist das Losfliegen so ganz einfach: fallen lassen, Haut spannen und abfliegen.

Alle Fledermäuse suchen sich zum Schlafen entsprechende Verstecke, sie beschädigen aber hierbei nicht ihre Umgebung. Sie nutzen Spalten oder alle Arten von Einflugmöglichkeiten an Gebäuden (Dachböden). Sollte ein gewähltes Versteck nicht groß genug sein, wird es aufgegeben. Mäuse würden durch nagen und kratzen die Behausung vergrößern und Schaden anrichten. Fledermäuse ziehen um.

Kleine, staubtrockene Kotkrümel auf dem Boden sind die einzigenHinweise darauf, dass sich am oder im Haus Fledermäuse verstecken.


 

In Notfällen als "Batman" zur Stelle
 


Wolf Emmer
Tel: 0172 / 99 47 948

 

 

 

 

Wir im NABU
Natur erleben
Aktiv werden
  Projekte & Aktionen
  Naturbildungshof Ludwigsaue
  Störche
  Fledermäuse
  Schutzgebiete
  Vogelwelt
Kids
Termine